
Sie saß in der Wanne und starrte auf das Wasser.
Sie sank ein Stück hinab, sodass ihre Nase leicht das Wasser berührte.
Ein langer Atemzug, und sie schloss ihre Augen.
"Was war nur los mit ihr?"
Wenn sie in den Spiegel schaute sah sie ein 17-Jähriges Mädchen,
alle sagten immer wie hübsch sie sei, doch sie fühlte sich hässlich,
alle sagten immer wie dünn sie sei, aber sie fühlte sich fett.
Die Jungs rannten ihr hinterher, aber sie wies alle zurück,
weil sie das Gefühl hatte das alle sie nur verarschen wollen.
Draußen lief sie mit einem lächeln durch die Straßen,
aber innen drin zerbrach sie Stück für Stück und keiner bemerkte etwas.
Manchmal stand sie vor dem Spiegel und musste einfach nur weinen,
sie war so unzufrieden mit sich.
"Keiner wird dich lieben, so wie du aussiehst!",
die Tränen an den Wangen berührten das Wasser.
Sie öffnete die Augen, und hörte wie im Nebenzimmer ihr kleiner Bruder lachte.
Sie überlegte wann sie das letzte Mal aus Glück gelacht hat.
Es war an Weihnachten gewesen vor 4 Jahren.
Damals war die Welt noch schön, dachte sie sich.
Ihre Blicke wanderten zu dem beschlagenen Spiegel, sie hasste ihn.
Er zeigte das was die Gründe ihres Kummers waren. Sie selbst.
Am liebsten würde sie ihn zerschlagen,
am besten alle Spiegel der ganzen Welt zerstören.
Es klopfte an der Tür. "Beeil dich mal" rief ihre Mutter.
Sie tauchte aus dem Wasser auf und antwortete
"Ich bin gleich fertig. 10 Minuten."
Sie tauchte wieder bis zum Mund ins Wasser.
Bis jetzt konnte sie ihren Kummer und die Trauer vor allen verheimlichen,
für die anderen war sie das hübsche und immer lachende Mädchen.
Niemand kannte ihre Probleme.
Ihre Unterarme waren aufgeschnitten,
sie starrte auf die Narben und die frischen Wunden.
Sie lies den Arm ins Wasser fallen.
Sie hatte noch 7 Minuten um zu entscheiden ob sie so weiter machen will
oder ob sie einfach liegen bleiben will.
Dann stand sie aus dem warmen Wasser auf
und ging zum beschlagenen Spiegel und schrieb etwas.
Dann ging sie wieder in die Wanne zurück und ließ Wasser laufen.
Sie ging bis zum Mund Unterwasser.
Schaute schnell zu den Worten am Spiegel,
dann tauchte sie auch mit der Nase Unterwasser.
Ihre Blicke richteten sich immer noch den Worten am Spiegel zu.
Langsam wurde ihr schwindelig.
"Deine 10 Minuten sind vorbei." rief ihre Mutter.
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