Donnerstag, 10. Juni 2010

Warum & wieso? :/

Wie kann etwas weh tun, das einen eigentlich gar nicht betrifft.

Wie kann etwas so sehr weh tun, dass man denkt,

man müsste unter dem Schmerz vergehen.

Wie können Tränen bestimmen, ob sie aus Trauer oder Freude fließen wollen,

wie können sie bestimmen zu fließen, wenn wir nicht weinen wollen.

Wie kann etwas weh tun, ohne wirklich zu schmerzen.

Wie kann uns etwas treffen, ohne uns zu berühren.

Und wie können wir schweigen, wenn wir am liebsten reden wollen und reden,

wenn wir am liebsten schweigen würden.

Wieso vergeht die Zeit schneller, wenn wir wünschten,

sie würde stehen bleiben und langsamer,

wenn wir wünschten sie würde vergehen.

Wieso halten wir an Dingen fest, die wir bereits verloren haben,

anstatt denen hinterher zu rennen, die noch nicht aufgetaucht sind.

Wieso sitzen wir und warten auf etwas,

anstatt loszuziehen um danach zu suchen.

Und wieso suchen wir, wenn das, was wir suchen Zuhause auf uns wartet.

Wieso hat uns die Stille nie gelehrt,

welche Geheimnisse nie dafür gemacht waren Geheimnisse zu bleiben.

Wieso sind wir einsam, wenn wir gemeinsam sind und gemeinsam,

während wir alleine verweilen.

Wieso vergehen Tage wie Stunden und Stunden wie Tage

und wieso scheinen Sterne so weit entfernt am Himmelszelt zu leuchten,

wenn sie doch genau über uns stehen und wir sie sehen können.

Nicht berühren, aber sehen, nach ihnen greifen, ohne sie zu erreichen.

Wieso löst die Nacht den Tag ab

und wieso wirft jedes Licht auch einen Schatten.

Wieso sprechen wir nur, wenn uns keiner hören kann

und erzählen nur der Nacht, was der Tag verschwiegen hat.

Wieso kreisen unsere Gedanken ohne Ankunft zu finden

oder je Heimat gehabt zu haben.

Und wieso liebt unser Herz anstatt davor zu fliehen,

wenn jede Liebe uns doch nur Kummer bereitet.

Wieso lohnt es sich zu leiden, um glücklich zu sein,

oder eher glücklich zu sein, um irgendwann wieder zu leiden,

wenn man nicht mehr glücklich ist.

Wieso gibt es Menschen, die die Antworten auf Fragen kennen,

ohne den Antworten ihren verdienten Wert zuzuschreiben.

Wieso ist die Frage eigentlich wichtiger als die Antwort auf sie.

Wieso denken wir weder über die Frage an sich, noch über die Antwort nach.

Wieso, wenn wir es tun, denken wir einmalig unzählige Male

und kommen doch nie an.

Wieso vergessen wir uns in der Zukunft und verlieren uns in der Vergangenheit,

verweilen in einem Hier und Dort,

das nie den Namen der Gegenwart tragen könnte.

Wieso stecken wir den Kopf in den Sand,

wenn Gefahr droht, anstatt fortzulaufen.

Wieso wollen wir gefangen werden, wenn wir fliehen, gefunden werden,

wenn wir uns verstecken.

Wieso rennen wir, wohin eilen wir.

Wieso bleiben wir stehen, worauf warten wir.

Wieso existieren wir wie wir existieren, sind wie wir sind, tun was wir tun.

Wieso atmen wir, ohne davon zu wissen, wieso bekriegen wir uns,

wenn es uns hinterher leid tut, wenn wir hinter um Verzeihung bitten.

Wieso erfinden wir Waffen, um sie danach zu verbieten

und wieso fangen wir das Glück in einem Glas ein,

um es verdorren zu lassen, anderen zu verweigern und es zu vergessen.

Wieso flüchten wir uns in Fantasiewelten,

um vor der Wirklichkeit zu fliehen und beides dann zu hassen.

Das jeweils andere für etwas, das es nicht ist und nie sein könnte.

Wieso träumen wir statt zu leben und leben ohne zu träumen,

tanzen ohne Musik zu hören und hören Musik ohne zu singen.

Singen ohne zu fühlen und fühlen, ohne zu begreifen,

begreifen ohne zu sehen und sehen, was nicht gesehen werden will auch nicht.

Wieso behalten wir den eigenen Blick für uns,

während wir über Gesichter, Macken und Kanten streifen,

uns in der Menge verlieren und den Weg zurück vergessen.

Wieso nehmen wir keine Kieselsteine mit, uns den Weg zu zeigen,

oder wieso lassen wir uns nicht leiten, nehmen niemanden mit,

der uns bei Nacht Gesellschaft leistet und Trost schenkt.

Wieso können wir andere trösten und dabei selbst einsam bleiben,

anderen helfen und bei uns selbst immer hilflos bleiben.

Wieso schneiden uns Worte ins Herz und Blicke in die Seele,

Schnitte mit dem Messer jedoch spüren wir kaum.

Wieso bluten wir innerlich stärker als äußerlich

und wieso schmerzt es mehr tot zu sein, wenn man lebt,

als zu leben, wenn man tot ist.

Wieso errichten wir Mauern und Fassaden,

setzen uns Masken auf und nehmen sie erst wieder ab,

wenn uns keiner mehr zu Gesicht bekommt.

Wieso reißen wir Fassaden ab, um neue zu errichten.

Wieso vertrauen wir, um enttäuscht zu werden und werden enttäuscht,

um zu vertrauen.

Wieso hoffen wir, wenn es keine Hoffnung mehr gibt und glauben an etwas,

dass unglaublich ist. Wieso. Wieso eigentlich?

Vielleicht, weil wir so sind. Vielleicht, weil wir am leben sind.

Mehr denn je, um dabei nicht mehr am leben zu sein.

Vielleicht, um zu vergehen während wir verweilen und zu verweilen,

während wir vergehen.

Vielleicht einfach nur um unter Beweis zu stellen,

dass das dümmste Geschöpf auf Erden immer noch nicht

vom Aussterben bedroht ist und sein Glück doch noch nicht zu schätzen weiß.

Vielleicht sind wir feige, vielleicht zu mutig.

Vielleicht sind wir zu falsch oder zu ehrlich

und vielleicht ist alles einfach nur so wie es ist

und wir sollten es entweder hinterfragen oder akzeptieren.

Vielleicht sollen wir auch wachsen und klüger werden, oder vielleicht.

Vielleicht kennen wir die Antwort einfach nicht.

Suchen nach ihr ohne sie zu finden und finden sie,

wenn wir nicht mehr nach ihr suchen.

(C) DON'T COPY!!

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