
’Ich brauche dich’ habe ich geflüstert. Ich bin mir nicht einmal sicher ob ich es wirklich gesagt habe. Vielleicht war es auch einfach nur dieses Gefühl das mich daran erinnert hat wie es war als du da warst. Diese Leere in mir als ich bemerkt habe, dass es nicht mehr da ist. Vielleicht habe ich mir nur eingebildet dass ich irgendetwas gesagt habe und es war nur ein kleines bisschen Sehnsucht. Weißt du, ich habe schon lange keine Worte mehr dafür. Für dich, für mich, eigentlich für alles. Ich bin ganz voll von dieser Leere. Da ist nur noch dieses Gefühl zwischen drin. Zwischen dem vergessen und dem erinnern, dem fliegen und dem fallen. Zwischen dem lügen und dem schweigen. Dieses Stückchen das nirgends wirklich hingehört. Ein einfaches Wort, zu laut um zu schweigen und zu leise um zu lügen. Verloren irgendwo zwischen dem was war und dem was sein könnte nur um der Wahrheit zu entfliehen. Dieser Wahrheit die keiner von uns wirklich auf der letzten Seite stehen lassen will. Einfach weil sie dort nicht hin passt. Sie fühlt sich nicht richtig an. Und das ist es doch worauf es ankommt. Dass es sich richtig anfühlt. Weißt du, mir würde ja schon reichen wenn du glücklich bist. Wenn ich weiß dass sich in dir irgendwo das Gefühl versteckt, dass es richtig ist. Aber weißt du, selbst wenn es eiskalt ist und zwischen dir und mir alle Meere dieser Welt liegen fühle ich, dass es fehlt. Es ist nicht dort wo es sein sollte. Es ist einfach nicht da, dieses Gefühl. ’Ich brauche dich’ habe ich gesagt. Nicht laut. Ich weiß nicht einmal mehr ob ich meine Lippen bewegt habe. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wie viel Stimme ich meinen Worten gegeben habe. Vielleicht wollte ich überhaupt nicht, dass du es hörst. Dass du siehst was ich bin. Weißt du, ich wollte wirklich stärker sein. Ich wollte stärker sein als ich es immer versucht habe. Ich wollte den letzten Punkt unter die Wahrheit setzen, das Buch zuschlagen und es zurück an seinen Platz stellen. Unberührt von jedem und einzig und allein für uns gedacht. Ich dachte wirklich, dass ich so stark wäre. Nein, eigentlich wusste ich, dass ich es nicht sein würde, aber ich habe daran geglaubt. Ich wollte wirklich stärker sein. Ich wollte frei sein. Und dann hat die Zeit einfach aufgehört sich zu bewegen. Der Regen kam und die Lichter gingen aus. Keiner merkt wenn wir verschwinden. Den Moment in dem wir wirklich beschließen zu gehen. Da war nur noch dieses Gefühl zwischen drin. Du bist überall. Du bist der letzte Schluck Milch aus der Müslischale und die ersten Tropfen Sommerregen. Du bist die Geschichte für die Dunkelheit und der Traum für Gewitternächte. Du bist die letzte Minute vor dem aufwachen und die ersten Schneeflocken im Winter. Du bist der Wind in den Gerstenfeldern und die letzte Schuppe des Regenbogenfisches. Du bist überall zwischen drin. Du bist das Pflaster für deine eigenen Wunden auf meiner Haut und das Wunder für die Zeit die stillsteht. Du bist die Luft um mich herum. Du gehst nie so ganz. Ich würde ersticken. Und du würdest mich niemals sterben lassen.
(C) DON'T COPY!!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen